Gestern habe ich mit J und Yu einen Tagesausflug zum Fuji, dem höchsten Berg Japans, unternommen. Wir hatten so ein mega Glück mit dem Wetter. J war vor ein paar Jahren schon einmal dort – konnte den Vulkan aber leider überhaupt nicht sehen. Da wir an einem Wochentag unterwegs waren, blieb uns auch der übliche Ausflugs-Stau auf der Strecke sowie das lange Warten an den Kassen erspart.
Die Fahrt über einen der 5 Fuji-Seen dauerte ca. 30 min. Die Schiffe sind so wunderschön auf „alt“ gemacht – haben aber wohl ein sehr modernes Innenleben, denn sie sind schnell und sehr wendig! Vom Anlegesteg ging es weiter zur Bergbahn – hoch auf einen – dem Fuji gegenüberliegenden Berg. Mit jedem Höhenmeter wurde es kälter und windiger. Oben angekommen blies uns so ein kalter Wind entgegen, dass uns der Buggy fast weg geflogen wäre – natürlich nur ohne Yu, denn der wiegt inzwischen 13 kg!
Oben natürlich die typischen Touri-Läden. Und sogar mir ist aufgefallen, dass wir nicht mehr nur unter Japanern waren. Drängeln, schubsen, laute Gespräche – hätte es unter NUR Japanern nicht gegeben.
Hauptverkaufsschlager sind die schwarzen Eier, die in Schwefel gegart werden. Musste ich natürlich auch probieren und sie schmecken wie Eier nur ein klein wenig salzig. Erst habe ich vermutet sie wären drin auch schwarz (ggrrrhh) nochmal Glück gehabt 😉
Falls jemand meint, ich hätte in den letzten 3 Tagen 10 kg zugenommen!? Nein, dem ist nicht so. Ich hatte 2 T-Shirts, 1 Pullover, 1 Fleecejacke, 1 Weste und die rote Jacke an :))))
Yu ist nach der vielen Aufregung schon auf der Rückfahrt über den See eingeschlafen – mitten beim Apfel-Essen. War ein herrliches Bild!
Zurück zu Hause gab es „Nabe“. Eine Mahlzeit, die mich „Westler“ auf eine harte Geduldsprobe stellt.
In einer Suppe wird zuerst Gemüse und etwas Fleisch gekocht. Das ißt man alles auf, aber die Suppe bleibt im Topf. Die Suppe wird dann auf einer „Herdplatte“, die auf dem Tisch steht, mit anderem Gemüse erneut gekocht. Das ißt man alles auf, aber die Suppe bleibt im Topf. Die Suppe wird dann mit Reis nochmal gekocht und dazu kommen 2 Eier – es entsteht ein super leckerer „Reis-Brei“. Aber für jemanden, der richtig Hunger hat – ist das eine kleine Quälerei 😉
Ein durch und durch gelungener Tag, nicht viele haben das Glück den Fuji bei strahlenden Sonnenschein zu sehen!
Am Tag davor war ich zuerst über 4 Stunden alleine unterwegs. Bin zum nächstgelegenen Shopping-Center und Bahnhof gelaufen. Wenn ich mal Zeit habe 😉 könnte ich vielleicht einmal alleine nach Tokyo reinfahren, deshalb habe ich eine Bahnfahrkarte bekommen, die ich erst aufladen muss – es dann aber später einfacher habe. Ich bin kläglich gescheitert – trotz J’s guter Erklärung habe ich es – sonst technisch nicht unbegabt –
nicht hinbekommen. Aber ist ja nicht schlimm! Hier hilft jeder gerne – auch wenn ich kein Japanisch spreche und der „Helfende“ nur Japanisch! oder zumindest kein Englisch 🙂
Ob ich dann aber jemals wirklich einen richtigen Zug finde – steht auf einem ganz anderen Blatt!
Das Kassieren in ein bisschen größeren Supermärkten läuft etwas anders als bei uns:
Manchmal kassiert die Dame nicht mehr – sondern scannt nur noch, packt ein und stellt die Waren dann an den Kassenautomat (auch hier brauchte ich beim ersten Mal Hilfe – alles! sogar die „angebliche“ 😉 Okay-Taste – in japanischen Schriftzeichen). In anderen Läden haben sie für das „gegebene“ Geld, eine Zählmaschine in die Kasse integriert. Sie schubsen das Geld einfach in einen Slot und stecken die Scheine in einen Schlitz. Höchstwahrscheinlich ist das das Ende jeglicher Kassendifferenzen!
Wie altmodisch es bei uns doch zu geht. Wir stecken beim Ausfahren aus einem Parkhaus noch ein Ticket in einen Automaten, was mal einfach und mal schwieriger sein kann. Die Japaner sind da schon einen Schritt weiter. Beim Einfahren ins Parkhaus wird das KFZ-Kennzeichen gescannt – beim Ausfahren wird geprüft, ob die Gebühr für das Kennzeichen bezahlt wurde und die Schranke öffnet sich automatisch. Ob das in Deutschland mit dem Datenschutz zu vereinbaren wäre – bezweifle ich jedoch sehr.
Wir hatten an diesem Tag so zwischen 13 – 15 Grad. Als ich das erste Baby ohne Socken – also mit wirklich roten nackten Füßchen gesehen habe – dachte: OCH JE, das Arme! Und beim zweiten dachte ich, ich spinne! Sind die denn verrückt die Japaner???
Ich habe J später darauf angesprochen. Das ist hier wohl normal und auch im Winter üblich. Die Kinderärzte empfehlen das zur Abhärtung und Stärkung des Immunsystems!
Kaum war ich 10 Minuten zuhause holte mich J nach Ihrer Arbeit ab um mit ihr ein paar Sachen einzukaufen. Im Möbelhaus gab es auch so einige interessante Dinge. Lachen musste über mich selbst – weil ich nicht sofort geblickt habe was an diesen Couch(en?) hihi Couchgarnituren nicht stimmt!
Abends waren wir dann in einem Family-Restaurant essen. Wie der Name schon sagt – familienfreundlich. Auf dem Tisch gibt es einem Knopf mit dem man die Bedienung ruft.
Das Essen war sehr schnell da – sehr günstig. Mein Austern-Nudel-Gemüse-geschmolzenenKäse- Eintopf incl. „all-you-can-drink“ hat 8 Euro gekostet – ich hätte mich reinlegen können – so lecker!
Also – ich hab‘ wirklich noch keine 10 kg zugenommen, aber abgenommen auch nicht 😉

