Weiterreise nach Barkot – Nord Indien – Himalaya

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Inzwischen bin ich schon 4 Tage in Barkot, Aber es war alles so dermaßen hektisch, dass ich erst jetzt schreiben kann.
Irgendwie schade, denn ich habe in den vergangen Tagen soviel erlebt und oft gedacht: Oh! das muss ich unbedingt erzählen. Jetzt ist es nicht mehr so einfach meine Gedanken zusammen zufassen aber ich will es versuchen:

Ich hatte es mir gerade in dem Cafe gegenüber des Flughafen in Phnom Phen gemütlich gemacht – als ein Platzregen, Donner und Sturm los brach. Werbeaufsteller flogen durch die Luft, überall knallte und schepperte es, das Wasser stand zentimeterhoch auf der Straße und meine Check-In Time rückte immer näher. Mein kambodschanischer „Tom und Jerry“-Regenschirm hätte es keine 2 Sekunden überlebt – also musste ich warten. Der Gedanke wie ein Flugzeug bei diesem Unwetter starten und fliegen soll, ließ mich nicht unbedingt relaxen. Irgendwann ließ der Regen etwas nach und ich bin mit meinen 2 Rucksäcken, die inzwischen wundersamerweise zusammen 14 kg wiegen, „losgespurtet“. Die tiefen Pfützen überall und eine zu überquerende vierspurige Straße waren damit nicht grade förderlich.

Natürlich hatte auch dieser Flieger wieder Verspätung und ich kam erst um 19:30 (statt 18:15) in Bangkok auf dem Don Mueang Flughafen an. Zuerst natürlich mal raus – eine rauchen! Nicht gerade gut an einem Ort an dem alle 10 Meter ein „Rauchen (unter Strafe) verboten“ – Schild hängt und mein Unterbewusstsein diese einfach mal ignoriert hat. Aber bis zur ersten Verwarnung hatte ich sie fast fertig geraucht.

Da mein Flug nach Indien am nächsten morgen vom 40 km entfernten Flughafen Suvamabhumi startete, hatte ich dort in der Nähe ein Hotelzimmer gebucht. Im Bus musste ich 2 mal den Platz wechseln weil es nicht nur draußen sondern auch drinnen regnete. Der Taxifahrer zum Hotel hatte Pech mit mir, denn ich habe mich die letzten zwei Monate daran gewöhnt um alles zu „handeln“ und so bezahlte ich am Schluß die Hälfte vom geforderten Preis.
Es war glaube ich kurz nach 21:00 Uhr als ich im Hotel an kam – also keine Zeit mehr für den geplanten Einkauf von „Indien-tauglichen-Tshirts“ (mit Ärmel) – aber dafür würde ich ja in New Delhi bei 3 Stunden Aufenthalt ausreichend Zeit finden.

Als ich die Tür zu meinem Hotelzimmer hinter mir geschlossen hatte – merkte ich schlagartig wie sehr ich ein bisschen Luxus vermisst hatte. Alles sauber, weiße Bettwäsche, richtige Kopfkissen, ein Kühlschrank, ein Wasserkocher, Kaffee, Milch, Zucker, eine Klimaanlage, eigene Toilette, richtige Dusche und ein Fön! Und das alles nur für eine Nacht!? Oh Schei…, hätte ich doch nur anders geplant und mir das etwas länger gegönnt. Naja – gebucht ist gebucht.
Der Abschied von meinem Zimmer und dem überaus freundlichen Thais fiel mir echt schwer.

Der Flughafen in Bangkok ist mir in schlechter Erinnerung! Bei meiner letzten Thailand Reise wurde ich von einen zum anderen Schalter geschickt und ich weiß noch genau dass ich mein Gate atemlos erst kurz vor Abflug erreicht habe.
Diesmal habe ich mich nicht ganz so blöd angestellt, mich nur dreimal in die falsche Richtung schicken lassen und mein Gate doch tatsächlich bereits nach der zweimaligen Ansage: „Last call for flight …“ erreicht.

Ich war beruhigt, dass die Check-In-Dame mir gesagt hatte, dass ich bei meinem Zwischenstopp in New Dehli meinen Rucksack vom Gespäckband abholen soll und auch dort alle Einreiseformalitäten erledigen werde. Mein E-Visa für Indien gilt nur für bestimmte Flughäfen und um ehrlich zu sein war ich mir nicht ganz sicher, ob die Behörden mit „Port of Arrival“ den „End“-Flughafen (also Dehradun) oder meinen ersten Stopp meinten.

Ich wartete 30 min auf meinen Rucksack und als ich merkte, dass da kein neues Gepäckstück mehr kam – egal wie „gebannt“ ich da hin starrte, machte ich mich auf zum Lost-and-Found. Unglaublich wieviel Koffer sich da stapeln, aber keine Spur von meinem Rucksack.
Ich wurde „etwas“ nervös, denn wie immer war ich mit Verspätung angekommen und ich musste ja für den Inlandsflug wieder einchecken und hatte schon so eine leichte Befürchtung, dass der Flughafen nicht unbedingt klein ist.
Ich rannte also von einem Schalter zum nächsten und mir wurde (nicht unbedingt freundlich) gesagt, dass mein Rucksack entweder im nächsten Flugzeug ist oder vielleicht auch nicht und dann aber bestimmt am nächsten Tag weitergeschickt wird. Na Super!!! Ich erreichte mein Gate gleichzeitig mit der Durchsage: „Last call for flight…“. Es war gut zu wissen, dass das für diesen Tag der letzte Flug war.

Ich strahlte als ich meinen Rucksack in Dehradun auf dem Gepäckband sah 🙂 Der Taxifahrer, der mich nach Barkot bringen sollte, stand gleich am Ausgang und hielt ein Schild mit meinem Namen hoch. Den Kontakt zu ihm hat ein Mädel aus dem Tempel hergestellt, denn da es meine erste Indien Reise ist und ich kein einziges Wort Hindi spreche wollte ich kein Risiko eingehen.

Ich hab einen kleinen Luftsprung gemacht, als er sagte, dass ich im Auto rauchen kann – ich hatte ja immerhin ca. 4 bis 5 Stunden Fahrt vor mir.

Es wurden 6 Stunden und davon waren 5 Stunden der reinste Horror für mich! 5 Stunden auf kleinen Straßen mit Serpentinen, hoch, runter, Linksverkehr, Felsen auf der Straße, Abgründe an der Seite, wahnsinnige Überholmanöver, ständige Huperei, Kühe, Ziegen, Staus, hin- und her rangieren um an Lastern vorbei zu kommen, mal Schotterpiste, mal Asphalt mit Schlaglöchern (sodaß ich zweimal mit dem Kopf gegen das Autodach knallte), ausweichen – weil entgegen kommende überholen und und und. 2016070120134000

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Ich war ein verkrampftes Nervenbündel als wir um ca. 21 Uhr Barkot erreichten. Zwischendurch hatte ich mehrfach vergeblich versucht meinen Ansprechpartner Naveen zu erreichen und hab dem Fahrer dann gesagt, dass er mich bei irgendeinem Hotel absetzen soll. Das Zimmer was ich mir angesehen habe war gräßlich und ich war ehrlich gesagt ein wenig „verängstigt“ – da mir das Haus nicht unbedingt nach einem Hotel aussah.
Ich habe mich auch nur drauf eingelassen weil vor dem Haus eine schwangere Frau saß, die mich sehr freundlich und herzlich begrüßt hatte. Es hat sich rausgestellt, dass sie besorgt um mich waren und sie haben versucht Naveen zu erreichen – was nach einer Weile auch tatsächlich geklappt hat und er kam dann um mich abzuholen.

Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen, als mich ein junger (32 Jahre) freundlicher ordentlich gekleideter Mann in Indien und an meiner neuen Arbeitsstelle willkommen hieß 🙂